JAKOBSWEG

 

 

Warum der "Jakobsweg"? (Kann es nicht jeder andere Weg auch sein?)

 

Jedes Jahr wandern Tausende von Pilger Hunderte Kilometer zu Fuß auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Dieser Trend allein sagt freilich noch wenig über die Qualität der Sache aus, um die es hier geht. Der Sog, den der Jakobsweg heute ausübt, könnte auch einfach eine Modeerscheinung sein. Doch im Grunde kommt es darauf gar nicht an. Denn, den Jakobsweg an sich, gibt es eigentlich gar nicht, oder nur als abstrakten oder geografischen Begriff. Was dagegen wirklich zählt, ist aber, wo viele Menschen ihren Weg in einer "spirituellen" Absicht machen, da wird man auch so etwas wie eine gute menschliche oder sogar spirituelle Atmosphäre spüren können. Das schafft dann ein ganz besonderes "Klima", von dem wiederum jeder einzelne Pilger zehren kann.

 


 

Viele Menschen, die den Jakobsweg vielleicht gar nicht aus "religiösen" Gründen gegangen sind, erlebten dort ein ungeahntes Maß an purer Lebensfreude und fanden wichtige Antworten auf persönliche Fragen. Die Zeit auf dem Jakobsweg blieb vielen von Ihnen als einer der schönsten und reichsten Zeitabschnitte ihres Lebens in Erinnerung. Sie haben dabei etwas erfahren, wodurch dieser Weg für sie wertvoll wurde. Etwas von dieser Energie haben sie auf diesem Weg "geparkt". Nicht zu Unrecht gilt der Jakobsweg als eines der spirituellen Zentren Europas, wenn nicht sogar der Welt. Wenn ich von "spirituell" spreche, so meine ich damit alles, was den Jakobsweg zu einem tiefen persönlichen Erlebnis für Sie werden lassen kann. Es kann eigentlich alles sein, durch das Sie sich bewusst werden, dass Sie in tiefer geistiger und seelischer Beziehung mit der Welt und deren Ursprung stehen. Der Jakobsweg ist nur ein kleiner Ausschnitt des persönlichen Lebensweges, indem aber das, was Spiritualität für jeden Einzelnen bedeutet, deutlicher zum Vorschein kommt als sonst.

 


 

 

Du brichst von zu Hause auf und sehr bald realisierst Du: sich auf den Weg zu machen ist eine Urerfahrung. Immer schon war der Mensch ein Suchender, ist zu neuen Zielen aufgebrochen, ist vorangeschritten. Er hat Neuland gefunden, und immer auch sich selbst entdeckt. Was ist eigentlich passiert, dass so viele von uns die alten Rituale der Selbstsuche vergessen haben und die alte Wahrheit nicht mehr kennen: dass, der einzige Weg uns wirklich zu erkennen, darin liegt, sich dem Alltag zu entziehen, allein zu sein, ängstlich und schwach und leer zu werden; zurückzukehren zu der Natur, die uns hervorbrachte.